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16452 Hauptseminar

Winfried Menninghaus

Kunst der Ode


Die griechische Lyrik hat aus der theoretisch fast unbegrenzten Anzahl möglicher rhythmischer Strukturen und metrischer Kombinationen eine kleine Reihe von traditionsmächtigen Strophenformen herausgebildet, die durch die Oden-Dichtung des Horaz dann erneut versammelt, stärker festgelegt und harmonisiert worden sind. Charakteristisch für alle diese Formen sind die metrisch-rhythmischen Wechsel von Vers zu Vers bei gleichzeitigem Fehlen des strukturbildenden Prinzips des Reims.

Der Rekurs auf die "krummen Linien" (Klopstock) dieser komplexen Formen war im 17. und vor allem im 18. Jahrhundert ein entscheidendes Moment in der Herausbildung einer neuen Dichtungssprache, die mit dem Reimgebot bricht und der Herrschaft des Jambotrochäus eine große Vielfalt entgegensetzt - bis hin zur freirhythmischen Dichtung. Entsprechend kommt es auch zur Herausbildung einer Odentheorie.

Das Seminar wird zunächst einige Oden von Sappho, Alkaios und vor allem Horaz lesen, dann kurz die ersten Spuren dieser Formen in der französischen und deutschen Dichtung des 17. Jahrhunderts verfolgen, um schließlich eingehend mit Klopstocks und Hölderlins Oden sich zu beschäftigen. (Welche weiteren Oden in die Diskussion aufgenommen werden - z.B. Keats -, hängt vor allem von den Interessen der Teilnehmenden ab.)

VORBEREITENDE LITERATUR:

  • Horaz: Oden und Epoden. (reclam 9905).
  • Klopstock: Oden. (reclam 1391).
  • Andreas Heusler: Deutscher und antiker Vers.
    Strassburg 1917.


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