16453 Hauptseminar
"Rose is a Rose is a Rose is a Rose":
Zum Werk Gertrude Steins
"Rose is a rose is a rose is a rose" -
wer kennt ihn nicht, diesen zirkulären Satz, auf den die 'Mutter und Muse' der transatlantischen Moderne wiederholt und nicht ganz unpassend reduziert wird? Denn Wiederholung oder "Insistenz", wie die Autorin selbst es formuliert wissen wollte, ist Steins kompositorisches Programm einer literarischen Praxis, die Wahrnehmung und Wiedergabe von Wirklichkeit revolutionieren wollte.
Und nicht nur bei Hemingway, Fitzgerald und Sherwood Anderson haben Steins Sprachphilosophie und modernistische Ästhetik signifikante Spuren hinterlassen. In den Texten der language poets finden sie ihr spätes Echo, und die Debatten der aktuellen Literaturtheorie und cultural studies begründen derzeit eine wahre Stein-Renaissance.
Das Seminar spürt dieser 'Wiederbelebung' Steins am Ende des Milleniums nach. Im Zentrum steht dabei einerseits die intensive Lektüre zentraler fiktionaler, poetischer und sprachphilosophischer Texte Steins. Andererseits werden wir die Autorin in verschiedenen Kontexten verorten, zu denen die Kunst der Moderne und die Pariser expatriate community ebenso gehören wie die Theorie der Dekonstruktion und die Zitationen Steins durch die aktuelle Populärkultur.
Bedingung für die Scheinvergabe sind Bereitschaft zu sorgfältiger Vorbereitung, regelmäßige, aktive Teilnahme, eine mündliche Präsentation und eine schriftliche Seminararbeit.
ZUR VORBEREITUNG:
- Gertrude Stein: Selected Writings of Gertrude Stein.
New York (Vintage) 1962.
- Gertrude Stein in Words and Pictures. Ed. Renate Stendhal.
London (Thames and Hudson) 1995.