16456 Hauptseminar
Orientalismus und Exotismus in der französischen Literatur (II)
Im Anschluß an das im Sommersemester gehaltene Seminar über Nervals Voyage en Orient wollen wir in diesem Seminar Texte weiterer französischer Autoren lesen, für die der 'Orient' bzw. der 'schwarze Kontinent' zum Ausgangspunkt moderner Schreibverfahren werden, welche die strukturellen Fallen der Fremd- und Selbstwahrnehmung in komplexer Weise exponieren.
Der Bogen wird sich von Gustave Flauberts Voyage en Orient und seinem historischen Roman Salammbô, Victor Segalens autobiographischem Chinaroman René Leys und seinem Essai sur lŽExotisme bis hin zu Michel Leiris ethnographischem Text LAfrique fantôme erstrecken.
Die Textauswahl ist bewußt heterogen, da sich das Seminar weder an rein gattungspoetischen - den 'conte oriental' bzw. den Reisebericht - noch im strengen Sinne postkolonialen Perspektiven ausrichten wird, sondern die Frage nach dem Zusammenhang von Exotismus und ästhetischem Bruch im Werk dieser Autoren diskutieren will.
Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, ein Kurzreferat zu politischen bzw. kulturellen Hintergründen zu übernehmen. Die Teilnehmer sollten mit Flauberts Text Salammbô zu Beginn des Semesters bereits vertraut sein.
AUSGABEN:
- Flaubert: Salammbô. (Bocket) 1998.
- Flaubert: Voyages. (Arléa) 1999.
(wird auch in Auszügen im Handapparat bereitgestellt).
- Segalen: René Leys. (Gallimard) 1978.
- Leiris: LAfrique fantôme. (Gallimard) 1988.