17030 Hauptseminar
Jürgen Trabant
Die französische Sprache im 16. Jahrhundert
Durch die Begegnung mit Italien entsteht in Frankreich ein 'defensiver Modernisierungsdruck', der große Aktivitäten zur kulturellen Transformation des Landes in Gang setzt. Agenten dieser Transformation im sprachlichen Bereich sind vor allem die Drucker, der König, die Dichter, die Wissenschaftler. Die große Konkurrentin des Französischen ist die lateinische Sprache, deren Reich die Nationalsprachen gleichsam unter sich aufteilen.
Aber auch mit dem Italienischen und den Regionalsprachen tritt das Französische in ein konfliktuelles Verhältnis. Indem es die Diskursuniversen des Lateinischen erobert, z.B. Sprache der Wissenschaften, der Religion, der Verwaltung wird, verändert sich das Französische selbst grundlegend.
Die angedeuteten sprachlichen und kulturellen Transformationsprozesse sollen anhand von einschlägigen Texten behandelt werden. Als VORBEREITUNG auf das Seminar wird zumindest die Lektüre der entsprechenden Kapitel einer französischen Sprachgeschichte erwartet.