16433 Übung
Dorothea Löbbermann
Konstruktionen von 'race' und 'gender' in afroamerikanischer Kultur und Literatur
In diesem Seminar soll anhand verschiedener Texte und Fragestellungen die US-amerikanische kulturelle Konstruktion von 'race' und 'gender' untersucht werden. Wie wird in Literatur, Theorie und Filmen 'blackness' und 'whiteness' definiert, und was passiert mit Charakteren, deren 'race' nicht eindeutig festzulegen ist, mit Afroamerikaner(inne)n 'who pass for white'? Wie wird in diesen Texten Weiblichkeit, Männlichkeit und/oder Homosexualität definiert? Welche Rolle spielt 'gender' in der Konstruktion von 'race', welche Rolle spielt 'race' in der Konstruktion von 'gender'?
Die Texte, die wir untersuchen werden, stammen aus verschiedenen Epochen des zwanzigsten Jahrhunderts. An literarischen Texten sind unter anderem Nella Larsens Roman Passing (1929) geplant, Toni Morrisons Erzählung "Récitatif" (1983), Alice Walkers Roman The Color Purple (1982) und die Diskussion um die Darstellung schwarzer Männlichkeit, die dieser entfachte (z.B. in Ishmael Reeds Roman Reckless Eyeballing). An Filmen sind unter anderem D.W. Griffiths Birth of a Nation (1915), Cheryl Dunyes The Watermelon Woman (1995) und eine noch auszuwählende Arbeit von Spike Lee vorgesehen (möglicherweise auch Isaac Juliens Looking For Langston 1989).
Die Analyse von Literatur und Filmen wird durch die Lektüre einiger theoretischer Texte unterstützt, wobei auch die Bedeutung 'schwarzer' Texte für weiße Leser(innen) untersucht werden soll.