16400 Vorlesung
Wissenschaft symbolischer Formen: Ernst Cassirer, Aby Warburg, Ernst Panofsky, E.R. Curtius, Pierre Bourdieu
Der Kulturphilosoph Ernst Cassirer ist Autor von Büchern über Kant, Goethe und Einstein, über Logik und Mathematik, Natur- und Geisteswissenschaften. Man hat ihn zurecht als "letzten universal Gebildeten des 20. Jahrhunderts" (Habermas) bezeichnet. Seine Philosophie der symbolischen Formen ist dennoch keine letztbegründende Transzendentalphilosophie. Vielmehr steht sie in enger Korrespondenz mit den Einzelwissenschaften, aus denen der Autor als Philosoph lernen will. In umgekehrter Richtung haben vor allem Kunst- und Literaturwissenschaften sowie die Kultursoziologie Cassirers Symbolbegriff als ein philosophisches Deutungsangebot ihrer eigenen Tätigkeit wahrgenommen.
Die Vorlesung kann als Einführung in Cassirers Philosophie der symbolischen Formen und deren Wirkung in die Geisteswissenschaften hinein gehört werden.
Lektüre zur Einführung:
- Cassirer, Ernst: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs. (darin insbesondere: "Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften", S. 171-200).
Darmstadt (WB) 1965.
- Wuttke, Dieter: Aby M. Warburgs Methode als Anregung und Aufgabe.
Wiesbaden (4. Auflage) 1990.
- Bourdieu, Pierre: Zur Soziologie der symbolischen Formen.
Frankfurt am Main (2. Auflage) 1974.