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16422 Proseminar

Martin v. Koppenfels

Cervantes: ’Exemplarische Novellen’


Die Renaissancenovelle gilt als roman(t)isches Genre par excellence. In Cervantes’ Novelas ejemplares (1613) wandelt sich diese Gattung zu einem erzählerischen Experimentierfeld, in dessen Zentrum weniger die ’unerhörte Begebenheit’, als vielmehr die ’unerhörte Perspektive’ steht, nicht zuletzt die marginale Perspektive: die Stimme und spezifische Sprache der Delinquenz, der Verstellung, des Exils, der Krankheit, des Wahns.

"Meine Absicht war, mitten in unsere Gesellschaft einen Billardtisch zu stellen, an den jeder, ohne durch den Einsatz Schaden zu erleiden, zum Zeitvertreib treten könne ..."

Bis heute verblüfft die Mobilität, die auf Cervantes’ narrativem Spieltisch herrscht, die atemberaubende Zirkulation von Waren, Menschen und Symbolen durch den gesamten Mittelmeerraum des 16. Jahrhunderts.

Neben der Lektüre der ’exemplarischen’ werden uns auch die in den Don Quijote eingelegten Novellen beschäftigen; wir werden ferner einige Schlaglichter auf die romantische Rezeption dieser Novellistik werfen. Spanischkenntnisse sind dringend erwünscht, aber nicht vorausgesetzt.

Zur Anschaffung:

  • Cervantes: Novelas ejemplares. 2 Bände.
    Madrid (Cátedra).


  • Cervantes: Die Novellen. Übersetzt von K. Thorer.
    Frankfurt am Main (Insel) 1987.

Zur Vorbereitung:

  • Ruth El Saffar: Novel to Romance. A Study of Cervantes’s ’Novelas ejemplares’.
    Baltimore 1974.


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