16423 Proseminar
Poetiken und Theorien des Dramas
Die Geschichte der Literaturtheorie läßt sich (in vielen ihrer bedeutenden Positionen) als eine Geschichte der Theorien des Dramas rekonstruieren. Bereits in ihren antiken Anfängen entfaltet sich die Gattung der Poetik wesentlich als eine Reflexion über das Theater.
Der Kurs ist konzipiert als Einführungs- und Übersichtsveranstaltung. Auf dem Programm steht eine Reihe klassischer Texte, die gemeinsam erarbeitet werden sollen (einige schwerpunkthaft, andere als zusätzliche Beiträge):
- Platon: Ion.
- Aristoteles: Poetik.
- Horaz: Ars Poetica.
- Tertullian: De spectaculis.
- Lope de Vega: Arte nuevo de hacer comedias.
- Nicolas Boileau: L Art Poétique.
- Voltaire: "Sur la tragédie".
- Gotthold Ephraim Lessing: "17. Literaturbrief" und Passagen aus Hamburgische Dramaturgie.
- Friedrich Schiller: "Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken?", u.a..
- Johann Wolfgang Goethe: "Zum Schäkspears Tag", "Shakespeare und kein Ende!", u.a..
- Stendhal: Racine et Shakespeare.
- Gustav Freytag: Die Technik des Dramas.
- Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik.
- Bertolt Brecht: Schriften zum Theater.
- Walter Benjamin: Der Ursprung des deutschen Trauerspiels.
- Peter Szondi: Theorie des modernen Dramas (1880-1950).
- Roland Barthes: Sur Racine.
Außerdem:
- George Steiner: Death of Tragedy.
- Antonin Artaud: Le théâtre et son double.
- Jean-Paul Sartre: Un théâtre de situations.
Die meisten der für die gemeinsame Arbeit vorgeschlagenen Texte sind keineswegs sehr umfangreich. Dennoch wäre die Voraussetzung zur Teilnahme eine gewisse Bereitschaft zur Lektüre.
Zur Vorbereitung lesen Sie bitte die Poetik des Aristoteles (insbesondere: Kapitel 1-19), am besten in der zweisprachigen Reclam-Ausgabe. Und besorgen Sie sich evtl. - nach Möglichkeit - bereits die Ausgaben von Horaz, Tertullian, Boileau, Nietzsche, Benjamin, Szondi und Barthes. Die kürzeren Quellen werden im Handapparat zur Verfügung gestellt.