17008 Proseminar
Freudsche Methode in der Literaturkritik
Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit einer methodischen Richtung der italienischen Literaturkritik, die den Versuch unternommen hat, die Prämissen von Lacans Lektüre Freudscher Theorien mit dem semiotischen Verfahren der Analyse literarischer Texte in Verbindung zu bringen.
In den Vordergrund rücken daher nicht so sehr jene Schriften, in denen Freud als Kunst- und Literaturkritiker in Erscheinung tritt (wie etwa die Aufsätze über Jensen oder Leonardo Da Vinci und Michelangelo), oder jene, die der unbewußten Sprache in ihrer pathologisierenden und autoreferentiellen Ausdrucksweise (Symptom, Sic-Versprechen) gewidmet sind, sondern vielmehr die Abhandlungen, die die Regeln und Strukturen der Sprache des Unbewußten in ihrer kommunikativen Form analysieren (wie etwa das Buch über den "Witz").
Eine so verstandene Freudsche Methode setzt sich ab von der orthodoxen Variante der Psychoanalyse, die im Text einen Ausdruck der unbewußten Vorstellungen und Wünsche des Autors sieht. Gegenstand des Seminars werden insbesondere die Schriften von Francesco Orlando (Per una teoria freudiana della letteratura. Torino 1973) und Mario Lavagetto ("La critica psicoanalitica". in: AA. VV.: Sette modi di fare critica. Roma 1983) sein.
Als vorbereitende Lektüre empfiehlt sich: S. Freud: Der Witz und seine Beziehungen zum Unbewußten, darüberhinaus der kurze Aufsatz über "Die Verneinung".
Das Seminar richtet sich gleichermaßen an Studierende der AVL und der Romanistik. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferates, das nach Semesterende zu einer Hausarbeit ausgearbeitet werden sollte.
(Siehe auch bei den Seminararbeiten.)