17054 Hauptseminar
Doris Kolesch
Re-Präsentationen von Begehren und Erotik in der Literatur und den visuellen Künsten
Erotisches und sexuelles Begehren gehören in unserer Kultur zweifelsohne zu den bevorzugten Phänomenen, um das Potential symbolischer Darstellungen zu entfalten und auszuloten. Zugleich aber verweist die Repräsentation von Begehren immer auch auf die Grenzen von Repräsentation selbst.
In der Grammatologie entwickelt Jacques Derrida die These, daß die differentielle Struktur des Begehrens wesentlich mit der semiotischen différance verbunden sei. Im Zeichengebrauch kommt die Opposition von Präsenz und Absenz, von Lesbarkeit und Unlesbarkeit, von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit ins Spiel, so daß ein Begehren entstehen kann, das seine eigene Befriedigung immer wieder aufschiebt.
Am Beispiel literarischer und visueller Darstellungen (Photographie, Film) untersucht das Seminar diese spezifische Re-Präsentationsproblematik im Medienvergleich. Zu diesem Themenkomplex werden ergänzend aktuelle Theorien u.a. von Butler, Deleuze, Foucault, Grosz u.a. diskutiert.
Das Seminar wendet sich an Studierende der AVL und der Romanistik / Hispanistik.