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16410 Grundkurs

Oliver Lubrich

Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft


Das Seminar ist gedacht als Einführung in den Pluralismus der theoretischen und methodischen Ansätze der Literaturwissenschaft: Diskursanalyse und New Historicism, Strukturalismus und Dekonstruktion. Deren Positionen und Verfahren erarbeiten wir im Hinblick auf ausgewählte Werke von Shakespeare, die in ihrer maximalen Kanonik einen möglichst prominenten (und vertrauten) Einstieg in das Fach AVL ermöglichen sollen und deren Erschließung sich noch bei zahlreichen Gelegenheiten im weiteren Studium als hilfreich erweisen wird.

Ausgehend von diesen literarischen Primärtexten lassen sich zudem die Arbeitsfelder der Komparatistik beispielhaft kennen lernen: motivgeschichtliche Variationen, künstevergleichende und nationalliterarische Aspekte, Fragen der theatralischen Inszenierung und der Medientransfer in diverse Verfilmungen. Auch die handwerklichen Techniken des AVL-Studiums (Recherche, Bibliographie, Arbeitsorganisation, Anlage einer Präsentation, Abfassen einer Hausarbeit) werden wir gemeinsam angehen.

Die Studierenden, so die Grundidee, sollen gleich zu Beginn ihrer Laufbahn mit der Vielfalt von Textverständnissen und Lektürestrategien vertraut gemacht und in die Lage versetzt werden, diese selbstbewußt, reflektiert und kritisch für ihre eigene Arbeit einzusetzen, während sie einen Überblick über die jeweiligen Voraussetzungen, Geltungsansprüche und Grenzen der verschiedenen ’Schulen’ gewinnen.

In diesem Sinne werden zwei Tutorien (Tutorium 1 - Tutorium 2) angeboten, die - gewissermaßen als Doppel-Workshop - im Hinblick auf einen gemeinsamen Text, der im Seminar nicht vorkommt, zwei gegensätzliche Richtungen der Forschung einschlagen. Während sich die eine Gruppe mit einer historischen Interpretation beschäftigt, widmet sich die andere einer textimmanenten Analyse. Am Ende präsentieren beide Tutorien ihre ’konkurrierenden’ Arbeitsergebnisse im Plenum des Seminars, wodurch wir die Gelegenheit bekommen, die unterschiedlichen Verfahren und Argumentationen noch einmal systematisch miteinander zu vergleichen.


Abschluß-Konferenz

Dienstag, 11. Februar 2003

Das gesamte Programm und die Abstracts aller Hausarbeits-Projekte als .pdf-Dateien.

I. Romeo and Juliet (Sol Bondy)

Trine Blak Kjeldal, „Geschlechterrollen in Romeo and Juliet“.
 
Hilmar Heister, „Die Kulisse zum Liebesdiskurs - Öffentliches, Privates, Eheliches“.
 
Asgar Jamneshan, „Romantik und Libido“.
 
Tatjana Noemi Tömmel, „Vergleich zwischen Romeo and Juliet von William Shakespeare und Sonezaki Shinju von Monzaemon Chikamatsu“.
(Siehe auch die Seminararbeit.)


II. Filme und Komödien der Liebe (Svenja Schwitzke)

Sarah Raich, „Baz Luhrmanns Film Romeo + Juliet - Der Einsatz von optischen rhetorischen Figuren“.
 
Paula Radl, „Aspekte der Selbstreferenz in William Shakespeares Romeo and Juliet - und wo sie in Baz Luhrmanns Adaption geblieben sind“.
 
Judit Schaffrin, „‚Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden ...‘ (R. Carver). Metaphorik im Liebesdiskurs in Shakespeares A Midsummer Night’s Dream“.
 
Marisa Czempiel, „Von Feen und Amazonen. Die Frauen in Shakespeares A Midsummer Night’s Dream“.

III. Die Tutorien: The Tempest

Tutorium I (Dalia Inbal & Lisa Dittrich), Vortrag: Janine Eisenächer, „Textimmanente Interpretationsansätze zu Shakespeares The Tempest“.
 
Tutorium II (Astrid Erb), Vortrag: Lilja Sautter und Verena Peter, „The Tempest - Möglichkeiten und Grenzen einer historischen Interpretation“.
 
Diskussion

IV. The Merchant of Venice (Katja Lankow)

Wolf von Dewitz, „‚Und Ihr bezeugt, dass ich als Christin starb!‘ Parallelbetrachtung von Marlowes Abigail und Shakespeares Jessica und deren Konversion“.
 
Kristian Kopp, „‚Shakespearian negotiations‘ - (Ver-)Handlungen mit christlichen Missverständnissen“.
 
Suzana Sucic, „Das exemplarische jüdische Schicksal des Marranen Joseph von Nasi als historische Vorlage zu der Figur Barabas in Marlowes Der Jude von Malta ...“.

V. Historien, Tragödien, Theorien (Ruben Donsbach)

Patricia Rosner, „Die Wirkung der Rede Henrys in Shakespeares Henry V, III.i, und ihre propagandistische Verwendung“.

VI. Theorie (Rosa Eidelpes)

Dominic Angeloch, „Zu Hegels Ästhetik“.
 
Irene Lehmann, „Welche Veränderungen erfährt das Kunstwerk im Spätkapitalismus?“.
 
Marianne-Brigitte Seidig, „Schein-Widerspruch und Selbstwiderspruch in der Dekonstruktion Paul de Mans“.
 
Abschlußdiskussion

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