16422 Proseminar
Freuds Traumdeutung und andere Schriften zur Hermeneutik
Kein Autor hat der im 19. Jahrhundert verwissenschaftlichten Hermeneutik (Zeichen-Deutungskunst) so viele neue Gegenstände erschlossen wie Sigmund Freud: deut- und lesbar werden mit Freud Träume und Witze, aber auch Schmerzen und andere Zustände des Körpers, sowie Versprecher und sonstige Fehlleistungen. Dieser Erweiterung des Gegenstandes entsprechen Veränderungen in Theorie und Praxis des Deutens, die (neben vielen anderen Disziplinen) auch die Literaturwissenschaft stark beeinflußt haben.
Das Seminar hat einführenden Charakter und soll Grundlagen schaffen für das Verständnis strukturaler und poststrukturaler Freudlektüren. Im Mittelpunkt steht die Lektüre der Traumdeutung. Sie wird ergänzt durch Blicke auf die ebenfalls klassischen Studien Zur Psychopathologie des Alltagslebens und Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. Auf dem Programm steht ferner die Freudsche Sprach- und Schrifttheorie, wie sie in "Das Unbewußte" und in den späten Versuchen "Die Verneinung" und "Notiz über den Wunderblock" formuliert wird.
Zur Anschaffung und Vorbereitung:
- Sigmund Freud: Die Traumdeutung.
Freud-Studienausgabe (Fischer-Verlag), Band 2.