16432 Übung
Galili Shahar
Ästhetik und Identität. Die Juden und die Avantgarde
Im ästhetischen Diskurs der historischen Avantgarde (Deutschland, 1900-1933) wurden Horizonte eröffnet, in denen sich die Frage der Identität neu stellte. Hier war der Ort, der auch eine neue Perspektive auf die jüdische Identität ermöglichte.
Im ersten Teil der Übung wird dieser Zusammenhang in dramatischen Werken von jüdischen Autoren untersucht. Es sind vor allem die Arbeiten von Ernst Toller, Walter Hasenclever, Paul Kornfeld, Franz Werfel und Else Lasker-Schüler, die den Versuch der Avantgarde zeigen, Stereotype, Karikaturen und andere Bilder zu destruieren. Zugleich sollten aber diese Arbeiten auch als Phänomen der Selbstinszenierung diskutiert werden.
Im zweiten Teil werden wir nach neuen Wegen des Lesens der Schriften von Franz Kafka, Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Gustav Landauer und Martin Buber suchen. In den Werken dieser Autoren war das Theater ein Feld von Gedankenexperimenten, deren Denkfiguren noch heute produktiv sind.
In den ersten Sitzungen werden die folgenden Texte diskutiert:
- Franz Kafka: Auf der Galerie.
- Ernst Toller: Die Wandlung.
- Walter Hasenclever: Die Entscheidung.
Andere empfohlene Literatur zur Vorbereitung:
- Sigmund Freud: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten.
- Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.
- Peter Bürger: Theorie der Avantgarde.