17005 Vorlesung
Zum Problem des Klassischen und des Realistischen im Roman des 19. Jahrhunderts
Die Erzähltexte des 19. Jahrhunderts gelten als Paradigma realistischen (wirklichkeitsillusionierenden) Schreibens, und dennoch haben eine große Zahl der entsprechenden Romane in ihrer Wirkung die Zeit ihrer Entstehung überdauert.
Diskussionsbedürftig ist dieses Faktum deshalb, weil aus einer strikt mimetischen Poetik heraus dieses andauernde Interesse schwer zu erklären ist: Aus welchen Gründen sollte ein Leser des 20. oder gar des 21. Jahrhunderts ein Interesse an den Problemen der Lebenswelt etwa im Paris der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nehmen?
Zu erörtern ist also anhand der bedeutenden Romane jenes Jahrhunderts, wie sich die Illusionierung mit der Inszenierung von Problemen verbindet, die mehr als nur einen historischen Kontext aufrufen.
Die Vorlesung richtet sich gleichermaßen an Studierende der Romanistik und der AVL. Französische und deutsche Autoren werden im Mittelpunkt stehen; italienische, spanische, englische und russische Texte der realistischen Erzähltradition sollen nach den Wünschen der Hörer einbezogen werden.
(Für Studierende, die den italienischen und den spanischen Text nicht im Original lesen können, wird spätestens mit Vorlesungsbeginn eine deutsche Übersetzung zum Weiterkopieren im Copy-Shop Habelschwerdter Allee zur Verfügung stehen.):