16422 Proseminar
Glaube und Souveränität in Dramen von Racine, Molière und Shakespeare
Das Seminar befaßt sich mit drei Dramen aus einem Zeitalter intensiver theologischer Debatten. In den Dramen von Molière (Le Tartuffe), Racine (Andromaque) und Shakespeare (Henry V) werden Souveränität und / oder deren Verlust in Zusammenhang mit dem Glauben (foi) und mit glauben (croire) verhandelt. So stößt die Souveränität der cartesianischen Vernunft in den Dramen Racines auf eine andere Form von Denken, die von der Unsicherheit oder Unmöglichkeit des Wissens ausgeht.
Was für eine Figur macht in dieser Konstellation der königliche Souverän? Und wie steht es um die Souveränität seiner Rede? Wie verhält sich die Sprache in den genannten Dramen zu dem Glaubensakt, der jeder sprachlichen Affirmation zugrunde liegt? Zugleich mit dem Verhältnis der Rhetorizität der Sprache zur Souveränität des Subjekts soll die Theatralität beider untersucht werden.
Die textnahe Lektüre der Dramen wird im Mittelpunkt des Seminars stehen. Begleitend soll die gemeinsame Lektüre kürzerer philosophischer, theologischer und staatstheoretischer Texte (etwa Pascal, Hobbes) einen Einblick in die damalige Diskussion der Konzepte von Souveränität und von Glauben gewähren.
Zur Vorbereitung wird empfohlen, neben den genannten auch weitere Stücke der Autoren zu lesen.