16453 Hauptseminar
Reiseliteratur über Nazi-Deutschland
Zahlreiche internationale Schriftsteller bereisten Deutschland zwischen 1933 und 1945. Sie reflektierten ihre Erfahrungen in literarischen Texten, die formal interessant und inhaltlich aufschlußreich sind. Die Reisenden kamen aus England, Frankreich, Ungarn, Skandinavien, Lettland, den USA oder Costa Rica. Zum Beispiel: Christopher Isherwood, Virginia Woolf, Martha Dodd, Max Frisch, Denis de Rougemont, Thomas Wolfe, Jean Genet, Meinrad Inglin, Sven Hedin, Karen Blixen, Lörinc Szabó, Jacques Chardonne, Marcel Jouhandeau, Virginia Grütter Jiménez, Janis Jaunsudrabins und Louis-Ferdinand Céline.
Wie nahmen diese (und andere) Autoren das nationalsozialistische Deutschland wahr? Welche Positionen bezogen sie? Wie verändert sich ihre Haltung im Verlauf der Reise bzw. der Reisebeschreibung? Inwiefern werden die Deutschen zum Gegenstand eines ethnographischen Blicks? Welche Stereotype werden gebraucht? Welche symbolische Topographie wird entworfen? Welche Rolle spielen Motive wie Körperlichkeit und Erotik? Und welche Semantik hat die jeweilige literarische Form in der Auseinandersetzung mit dem Faschismus?
Zur Vorbereitung recherchieren Sie bitte, welche weiteren Autoren - neben den genannten - zwischen 1933 und 1945 in Deutschland waren und welche literarischen Texte sie in diesem Zusammenhang verfaßten. Idealerweise stellt jede/r Teilnehmer/in dem Seminar ein Werk vor, das er oder sie selbst entdeckt hat.