16454 Hauptseminar
Zwischen Literatur und Kunstgeschichte. Texte zur Kunst im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert
Spätestens seit der Romantik verfährt Kunstkritik selbst künstlerisch und wird zu einem eigenen, literarisch anspruchsvollen Genre. Schule machen im Englischen etwa die Schriften Ruskins. Aber auch in anderen Sprachen befassen sich bekannte Autoren des 19. Jahrhunderts wie Baudelaire oder Mallarmé mit nicht-sprachlichen Künsten und entwickeln im Schreiben darüber sowohl die Gattung Kunstliteratur wie ihre jeweiligen Poetiken und Kunsttheorien. Im Austausch mit anderen Künsten wird sich modernes Schreiben seiner Prinzipien bewußt; für die Kunstgeschichte als wissenschaftliche Disziplin bedeuten andererseits die literarischen Texte zur Kunst immer wieder eine Herausforderung.
Das Seminar beschäftigt sich mit Texten von Baudelaire, Mallarmé, Huysmans, Ruskin, Pater, Wilde, Proust, v. Hofmannsthal u.a. Nach Möglichkeit werden die Kommentare der künstlerischen Werke, auf die sie sich beziehen, mit heutigen Interpretationen konfrontiert.