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Modul AVL 111a 16400 Grundkurs
Methoden der Literaturwissenschaft und Faust-Dichtungen im Vergleich
Ziel dieser Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft ist es, einen Überblick über Hilfsmittel (Nachschlagewerke, Bibliotheken), Begriffe, Methoden und Geschichte des Faches zu vermitteln. Einerseits lesen wir dazu kürzere Texte unterschiedlicher literaturtheoretischer Schulen des 20. Jahrhunderts: Hermeneutik, Strukturalismus, Dekonstruktion, Intertextualität, New Historicism und Gender Studies.
Andererseits diskutieren wir einige Faust-Dichtungen (von Marlowe und Goethe, Vischers Faust-Parodie und einen Faust-Comic). Der Faust-Stoff in seinen zahllosen internationalen Bearbeitungen ist ein Musterbeispiel des literarischen Ideen- und Text-Transfers über Sprachgrenzen hinweg und damit ein Paradigma der Komparatistik. Darüber hinaus bietet die Geschichte vom Teufelspakt des frustrierten Wissenschaftlers Faust kritische aber auch komische Selbstreflexionen der Wissenschaftler-Existenz. Gegenstand unserer Interpretationen und Diskussionen sollen also gleichermaßen die poetisch-artistischen Formungen von Fausts Leben und Taten sein wie seine und unsere Erwartungen und Kritiken an Wissen und Wissenschaft.
Die Folge-Veranstaltung AVL 112a wird sich im Sommersemester 2005 mit einer Fortsetzung des Überblicks über Literaturtheorien mit den Stichworten Rhetorik, Ästhetik, Psychoanalyse und Intermedialität befassen und dazu Gestaltungen des poetologisch gehaltvollen Orpheus-Mythos in Gedichten, Theaterstücken, Opern und Film analysieren.
Das wöchentliche Lektürepensum beträgt ca. 50 Seiten. Zu dem Grundkurs wird ein 2stündiges studentisches Tutorium angeboten.
Zur Anschaffung und Einführung empfohlen wird der Reclam-Reader Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart, herausgegeben von D. Kimmich u.a., Stuttgart 2003.
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