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Modul AVL 111b 16401 Grundkurs
Metapherntheorien
Der Kurs führt in einige typische Auffassungen bildhaft übertragender Redeformen in Theorie- und Wissenschaftsgeschichte ein. Das Spektrum wird sowohl historisch wie systematisch angedeutet; historisch von der antiken Rhetorik bis zur Moderne, systematisch in der Spannweite sprachphilosophischer und linguistischer, wissenschaftsgeschichtlicher und diskurstheoretischer, psychologischer, soziologischer und politischer Theorie.
Die erste Hälfte des Kurses wird bestimmt durch die gemeinsame Lektüre ausgewählter Passagen klassischer Texte: aus Platons Phaidros, der Ars Rhetorica des Aristoteles und von Ciceros De Oratore. Leibniz, Hume und Mendelssohn kommen als Erneuerer und Verwandler der antiken Tradition im Sinn eines neuplatonisch inspirierten Rationalismus zu Wort; Herder und Novalis als Anwälte einer sprachphilosophischen und ontologischen Fundierung metaphorischer Rede für die Moderne.
Die zweite Kurshälfte wählt Fluchtpunkt und Texte für eine systematische Perspektive. In das Corpus der heranzuziehenden Texte gehört Foucault mit seiner epistemologisch orientierten Behauptung einer vermeintlichen Dynamik der Zerstörung schöner Rede im Zeichen des Rationalismus; Freud mit der psychologisch (und anthropologisch) argumentierenden Metapherntheorie in Totem und Tabu; Wittgenstein mit der Metapher des Sprachspiels als epistemischem und kommunikationstheoretischem Modell; Blumenberg als Hermeneutiker und Kulturhistoriker; George Lakoff und andere mit der Theorie der social construction durch Alltagsmetaphorik.
Tutorium zum Grundkurs.
Fortsetzung im Sommersemester 2005: Modul AVL 112b.
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