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Modul AVL 121b 16403 Übung
Johannes Windrich
Einar Schleef Chor und Individuum
Schleef war als Dichter und als Theatermann die herausragendste Erscheinung, die ich kennengelernt habe, schrieb Elfriede Jelinek 2001 in ihrem Nachruf auf Einar Schleef. Diesem Urteil hätten sich selbst viele Bewunderer des großen Außenseiters nur zur Hälfte angeschlossen. Während der Theatermann schon in der DDR für heftige Diskussionen sorgte und spätestens mit Inszenierungen wie Salome (1997) oder Sportstück (1998) zu einer prägenden Gestalt des Gegenwartstheaters avancierte, wurde der Dichter von der Öffentlichkeit nur am Rande wahrgenommen. Seit einigen Jahren scheint sich dies allerdings zu ändern. Symptomatisch dafür ist eine Reihe von Publikationen aus Schleefs Nachlaß, darunter die Tagebücher, deren Edition hier am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft besorgt wird.
Die Übung soll ebenfalls vorrangig dem literarischen Werk gewidmet sein. Zum einen geht es darum, einen Zugang zu Schleefs Schreiben zu gewinnen und sich dessen stilistischen wie gedanklichen Charakteristika anzunähern. Besonders wichtig sind dabei der Großessay Droge Faust Parsifal (1997) und der jüngst erschienene erste Band des Tagebuchs (2004), die beide zur vorbereitenden Lektüre empfohlen seien. Zum anderen stehen entsprechend der Zuordnung zum Studienmodul Praktische Literaturwissenschaft auch einige Sitzungen zu praktischen Problemen der Tagebuch-Edition sowie allgemein zur Geschichte und Organisation des Verlagswesens auf dem Programm.
Fortsetzung im Sommersemester 2005: Modul AVL 122b.
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