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Modul AVL 131a 16404 Proseminar
Eifer sucht. Jalousie und Zèle in Texten des 17. Jahrhunderts
Der Eifer (lateinisch studium, griechisch zelos) ist der Eifersucht verwandt. Diese benennt, als jalousie oder jealousy, im 17. Jahrhundert nicht nur die Leidenschaft eines eifersüchtig Liebenden, sondern meint auch den religiösen Eifer, zèle, und allgemein die Passion für ein Objekt des Erkenntnisbegehrens, der Nachahmung, des Studiums. Auch ein Studierender ist einer, der nach Erkenntnis oder Wissen zuweilen mit Eifer sucht. Mit der Lektüre und Deutung von Zeichen hat Eifersucht nicht weniger zu tun als mit Blick, Spiegelung und Beobachtung. In einer Episteme, die dem Blick die zentrale Rolle in der intellektuellen Wahrnehmung zuweist, wird mit dem Thema der Eifersucht auch das Sehen als Form geistiger Erkenntnis und als Mittel der Macht und Beherrschung skeptisch verhandelt.
Das Seminar ist als Einführung in Literatur des 17. Jahrhunderts gedacht, bei der literaturgeschichtliche und komparatistische Fragestellungen zur Sprache kommen sollen. Voraussichtliche Textauswahl:
- Shakespeare: Othello.
- Madame de Lafayette: La Princesse de Clèves.
- Racine: Britannicus.
- Kürzere philosophische Texte (Descartes, Pascal).
Fortsetzung im Sommersemester 2005: Modul AVL 132a.
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