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16435 Vorlesung

Eckart Goebel

Balance als Daseinsmetapher. Zur Einführung in den Existentialismus


In Nietzsches Zarathustra verliert ein Seiltänzer die Balance und stürzt, „wie ein Wirbel von Armen und Beinen, in die Tiefe“. Als der „Absturz“ des Daseins, als der „Wirbel“ des Verfallens hallt die Szene nach in Heideggers Sein und Zeit.

‚Existentielle Erfahrungen‘ werden mit Vorzug als ein Aus-dem-Tritt-Geraten, als Verlust des Gleichgewichtes, der Balance, der ‚Mitte‘ etc. beschrieben, auf den der ‚Absturz‘ ins ‚Bodenlose‘, in die ‚Schwärze‘, in den ‚Dreck‘ folge oder doch: ein In-sich-Zusammensacken der Existenz. Als inständig umworbene Gegenentwürfe zum ‚Absturz‘ treten daher elegante Figuren der Balance, des vollendeten Einstands in den Blick, die ihr Ideal von ‚Schönheit (in) der Bewegung‘ im Jongleur, Fechter, Tänzer, Akrobaten, Schlittschuhläufer, im jauchzenden Trampolinspringer, im ‚Artisten‘ allgemein finden.

Die Vorlesung versucht eine Einführung in den Existentialismus (historisch: von Kierkegaard bis Sartre) auf dem Wege einer Theorie der Grazie. Zur Vorbereitung der Veranstaltung, die in Vortrag und Diskussion aufgeteilt ist, empfiehlt sich wegen der Komplexität der Texte eine erste Orientierung in Heideggers Sein und Zeit und Sartres L’être et le néant. Kürzere Texte werden in Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.


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