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16441 Proseminar
Magie und Zauber in der deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis heute
Daß die Poesie ein Zweig der Magie sei davon war nicht nur Friedrich Schlegel überzeugt. Schließlich kommt kein Magier ohne die Macht der Worte aus. Vom Mittelalter bis heute wird in deutschsprachiger Literatur gezaubert, verzaubert und entzaubert, was die Zauberstäbe halten. Dabei umkreisen die Texte immer wieder bestimmte Problemfelder.
So zeigen magische Praktiken starke Affinitäten zu Kultus und Religion, müssen aber gleichzeitig von diesen abgegrenzt werden. Parallel dazu wird Magie eng mit Wissenschaft und Technik verflochten. Magier werden als Gelehrte vorgestellt, die über ein geheimes Wissen verfügen, das ihnen die Welt Untertan macht. Zumal in Texten der literarischen Moderne stellt sich die Frage, wie sich diese Nähe zu der zeitgenössischen These verhält, daß Wissenschaft und Technik umgekehrt für die Entzauberung der Welt verantwortlich sind. Schließlich wird immer wieder die Verwandtschaft von Magie und Kunst thematisiert, zum einen auf inhaltlicher, zum anderen auf formaler Ebene, wenn die Texte versuchen, selbst zur Magie zu werden und ihre Leser zu verzaubern.
Im Seminar werden wir uns mit diesen und anderen Aspekten auseinandersetzen, zum Beispiel anhand von Wolfram von Eschenbach (Parzifal), Historia von D. Johann Fausten, Andreas Gryphius (Leo Armenius), Friedrich Schiller (Der Geisterseher), Johann Wolfgang von Goethe (Faust), E.T.A. Hoffmann (Der Kampf der Sänger), Joseph von Eichendorff (Die Zauberei im Herbste), Thomas Mann (Mario und der Zauberer), Hermann Broch (Die Verzauberung), Christa Wolf (Kassandra) und anderen.
Zur Vorbereitung für diejenigen, die Lust und Zeit haben:
- Robert Stockhammer: Zaubertexte. Die Wiederkehr der Magie und die Literatur 1880-1945. Berlin (Akademie-Verlag) 2000.
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