|
16442 Proseminar
Noten, Anmerkungen, Kommentare. Der (Fuß-)Notenroman als literarische Gattung
Auch wenn der Terminus (bisher) in keinem Handbuch oder Nachschlagewerk zu finden ist, spricht viel für seine Einführung: Der (Fuß-)Notenroman könnte als Textsorte definiert werden, wo das zumindest typographische Definiens wissenschaftlicher Textproduktion (Wissenschaft schreibt Fußnoten) fiktional verwendet wird. Experimentiert wird dabei nicht nur mit der Spannung zwischen Text und Paratext bzw. autographem Text und allographem Kommentar und den Möglichkeiten einer vielstimmigen bzw. -spurigen Literatur, sondern auch mit unterschiedlichen Formen der Eingliederung (bzw. geplanten Auslassung) von Wissensbeständen in den fiktionalen Text.
Hierbei ebenfalls von Bedeutung ist, wie Vorgaben linearer Lektüre unterlaufen werden und inwieweit der (Fuß-)Notenroman als wichtiges Beispiel alinearer Textdarbietung gelten kann. Bei entsprechendem Interesse der Teilnehmenden könnte zusätzlich auch noch der Lexikonroman (beispielsweise Andreas Okopenkos Lexikonroman oder Milorad Pavic Chasarisches Wörterbuch) miteinbezogen werden.
Rekapitulation der Sitzungen: (pdf-Format)
- Programm und Bibliographie
- Einführung
- Rabener, Hinkmars von Repkow Noten ohne Text
- Sterne, Tristram Shandy
- Jean Paul, Schmelzles Reise nach Flätz
- Poe, The Mystery of Marie Rogêt
- OBrien, The Third Policeman
- Schmidt, Gelehrtenrepublik
- Borges, Erzählungen aus Historia de la eternidad, Ficciones und El Aleph
- Wajcman, Linterdit
- Nabokov, Pale Fire
- Gray, Lanark
- Wallace, The depressed Person, Datum Centurio, Octet
- Baker, The Mezzanine
- Norfolk, In the Shape of a Boar
- Wiener, verbesserung; Okopenko, Lexikon einer sentimentalen Reise
- Abschlußsitzung mit Nora Amin (»The Vault« u. a. Texte); Resumée
|