|
16448 Proseminar
Generation und Genealogie im Roman des 20. Jahrhunderts
Die bürgerliche Familie der Buddenbrooks und Lübeck; das aristokratische Geschlecht der Salina und Palermo; der Clan der Buendía und Macondo. Drei Familien(häuser), drei Städte, drei Geschichten des sozialen, nationalen, generationellen Niedergangs. Anhand der klassischen Romane von Thomas Mann (1901), Tomasi di Lampedusa (1958) [sowie des auf dem Roman beruhenden Films Il Gattopardo, L. Visconti, 1963] und García Márquez Cien años de soledad (1967) soll das Genre des Familienepos, des genealogischen Romans im literar-historischen und sozialen Kontext untersucht werden.
Bei Interesse der Teilnehmer/innen kann auch ein amerikanisches (W. Faulkner: Absalom, Absalom!), österreichisches (Joseph Roth: Radetzkymarsch), oder portugiesisches Beispiel (Eça de Queiros: Os Maias) mit berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt des Seminars stehen Fragen nach dem Zusammenhang von Erzählform und Geschichte, Privatheit/Familie und Nation, sowie Modelle von Vererbung, Dekadenz und Genealogie (Nietzsche und Foucault).
Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Studierende der AVL und der Romanistik. Es gelten die üblichen Bedingungen für die Scheinvergabe. Kenntnisse mindestens einer Fremdsprache (Italienisch, Spanisch) sind Voraussetzung.
Empfohlene Ausgaben:
- Buddenbrooks. (Fischer).
- Il Gattopardo. (Feltrinelli, Neuausgabe bei Piper).
- Cien años de soledad. (Catedra).
Zur Einführung:
- P. Drechsel Tobin: Time and the Novel. The Genealogical Imperative. Princeton 1978.
|