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16465 Hauptseminar

Irene Albers

Die „Konstanzer Schule der Literaturwissenschaft“


Ausgehend von den Antrittsvorlesungen, die Hans Robert Jauß („Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft“, 1967) und Wolfgang Iser („Die Appellstruktur der Texte“, 1970) an der Universität Konstanz gehalten haben, soll der Paradigmenwechsel zur Rezeptionsästhetik und -geschichte, mit dem sich die „Konstanzer Schule“ konstituierte, diskutiert werden. Dabei wird es am Beispiel weiterer klassischer Arbeiten von Jauß (Alterität und Modernität der mittelalterlichen Literatur, 1977) und Iser (Der implizite Leser, 1972 und Der Akt des Lesens, 1976) auch um die Voraussetzungen dieser Positionen in Hermeneutik und Phänomenologie gehen.

Gegenpositionen und Polemiken gegen die „Konstanzer Schule“ sollen natürlich ebenso zu Wort kommen, etwa die Auseinandersetzung zwischen de Man und Jauß über Baudelaire. Über die zitierten Arbeiten hinaus werden wir uns mit den Revisionen der Rezeptionsästhetik in Jauß’ Theorie der ästhetischen Erfahrung (Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik, 1991) und Isers (jüngeren) „Perspektiven einer literarischen Anthropologie“ (Das Fiktive und das Imaginäre, 1991) befassen. Anschließend sollen, je nach Interessen der TeilnehmerInnen, Weiterentwicklungen der Konstanzer Schule bei Karlheinz Stierle, Rainer Warning, Renate Lachmann, Gaby Schwab und anderen besprochen werden.

Mehr als um die historische Rekonstruktion einer bis heute einflußreichen Tradition der Literaturtheorie wird es dabei in dem Seminar darum gehen, jeweils zu sehen, welche Fragestellungen der Konstanzer Schule für heutige literaturwissenschaftliche Praxis fruchtbar zu machen sind, wo jenseits von Poststrukturalismus und Diskursanalyse Anknüpfungspunkte bestehen können.

Das Seminar wendet sich vor allem an Studierende der AVL, kann aber natürlich auch von theorieinteressierten Romanisten besucht werden.


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