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16471 Hauptseminar
Winckelmann und die Ästhetik des 18. Jahrhunderts
Seminarplan (.pdf-Format)
Winckelmanns Arbeiten bilden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen Brennpunkt der ästhetischen Diskussionen und provozieren Debatten mit immensen Folgen (die über Laokoon). Sie bestimmen in Deutschland Klassizismus und Klassik, aber auch gegnerische Positionen wie die des Sturm und Drang und der Romantik. In kunsttheoretischer, wissenschaftsgeschichtlicher und literarischer Hinsicht beginnen hier für den modernen Kunstdiskurs entscheidende Entwicklungen: So verändert sich die Beziehung von Gelehrsamkeit und Kunst durch die Rolle der Autopsie; die Statuenbeschreibungen liefern das Paradigma für eine sich dem individuellen Kunstwerk zuwendende Hermeneutik; die Antike wird als Ideal beschworen und propagiert, steht aber zugleich im Zeichen unwiederbringlichen Verlusts: Ideal und Historizität treten in ein zunehmend spannungsvolles Verhältnis.
Das Seminar behandelt zentrale Probleme des Winckelmannschen Neoklassizismus und interessiert sich für ihre Verklammerung mit epistemologischen und politischen Fragen. Gelesen werden die wichtigsten Schriften Winckelmanns (Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst, Statuenbeschreibungen, Geschichte der Kunst des Altertums) und ausgewählte Texte zur Rezeption (zum Beispiel Lessing, Lavater, Schiller, Moritz, Goethe, Schelling). Das definitive Programm wird voraussichtlich vor Semesterbeginn auf dieser Webseite zu finden sein. Ein Semesterapparat mit den wichtigsten Primär- und Sekundärtexten wird bereitgestellt.
Zur Einführung empfohlen:
- Frühklassizismus. Position und Opposition: Winckelmann, Mengs, Heinse. Herausgegeben von H. Pfotenhauer, M. Bernauer und N. Miller. (= Bibliothek der Kunstliteratur, Band 2). Frankfurt am Main 1995.
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