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31052 Hauptseminar
Nikolaj Gogol, Tote Seelen
Gogols Roman Mertvye duši / Tote Seelen (1842 erschien der erste Teil; ein zweiter, 1842-1853 entstandener zweiter Teil wurde vom Autor verbrannt, die erhaltenen Fragmente erschienen erst 1855) gilt als ein Initiationstext des frühen russischen Realismus.
Das Seminar soll sich dem Roman in dichter Lektüre, kapitelweise, nähern. Folgende Fragestellungen sollen Berücksichtigung finden: der romanhistorische Stellenwert (vor dem Hintergrund der Gattungstradition des pikaresken Romans), die intertextuelle Dimension des Romans (exemplarisch Dantes La Divina Commedia), die fast barocke Allegorizität des Texts, der Roman als wahrnehmungshistorisches Dokument (realistisches Erzählen als Reflex eines neuen, fotografisch konditionierten Sichtbarkeitsregimes), die Körperpoetik (Karnevalismus), Erzählschrift und Schriftphantasma, ästhetische Paradigmenverschiebung in der jüngeren Rezeption des Romans (vom Paradigma der Groteske zum Paradigma des Erhabenen).
Vorbereitende Lektüre:
- Nikolai W. Gogol: Die toten Seelen. Aus dem Russischen von Wolfgang Kasack. Stuttgart (Reclam) 1993.
- Nikolaj Gogol: Mertvye duši. Sobranie socinenij. Band 5. Moskau 1994.
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