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Modul AVL 131b – 16405 Proseminar

Iris Roebling

Das Absurde im 19. und 20. Jahrhundert

Mittwoch, 16-18 Uhr
Habelschwerdter Allee 45, KL 32/102

Beginn: 19. Oktober 2005

maximal 30 Teilnehmer


Die Frage Hiobs „Warum bin ich nicht gestorben bei meiner Geburt?“ wird von Gott mit einer Gegenfrage beantwortet: „Wo warst du, als ich die Erde gründete?“ Was sich in diesem Dialog abzeichnet, ist die Suche nach dem Sinn des Lebens. Für den Gläubigen ist sie beendet, nachdem er Gott „gesehen“ hat. „Alt“ und „lebenssatt“ wird Hiob schließlich sterben. Wenn Albert Camus die Frage nach dem Sinn des Lebens anhand von Sisyphos erneut stellt, ist sie zugespitzt zu einer Entscheidung für oder gegen den Selbstmord. An beiden Figuren läßt sich eine Auseinandersetzung mit dem Absurden ablesen.

Wir werden zu Beginn des Seminars die im 19. Jahrhundert einsetzende Diskussion des Absurden in Texten von Friedrich Nietzsche und/oder Arthur Schopenhauer sowie Sören Kierkegaard nachvollziehen. Im 20. Jahrhundert verändern sich vor allem durch die zwei Weltkriege die Konturen des Absurden. In den literarischen Werken von Albert Camus, Samuel Beckett, Eugène Ionesco, Max Frisch und Thomas Pynchon werden wir Belege für diese Veränderung finden. Außerdem wollen wir anhand von ihnen nach einer ‚Ästhetik des Absurden‘ fragen und damit auch einem Vorschlag aus Theodor W. Adornos Ästhetischer Theorie folgen: Findet sich im literarischen Schreiben über das Absurde die lateinische Bedeutung von „absurdus“ „mißtönend“ wieder?

Zur Einführung:

  • Camus, Albert, Le Mythe de Sisyphe, Paris, 1942.
  • Görner, Rüdiger, Die Kunst des Absurden. Über ein literarisches
    Phänomen
    , Darmstadt, 1996.


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