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Modul AVL 221a – 16412 Proseminar (Nachtrag)

Johannes Windrich

Pop und Techno – Modelle für Literatur?

Freitag, 10-12 Uhr
Habelschwerdter Allee 45, KL 29/139

Beginn: 21. Oktober 2005

maximal 20 Teilnehmer


„Es gibt keine andere vernünftige Weise über Pop zu reden, als hingerissen auf das Hinreißende zu zeigen, hey, super“, schrieb Rainald Goetz 1985. Nichtsdestotrotz hatten sich schon damals ganz andere – und durchaus vielfältige – Formen des Redens und Schreibens über Pop etabliert. Zum einen die Poptheorie, die Selbstbeschreibung der Subkultur, die in den Siebziger Jahren am Birmingham Center for Contemporary Cultural Studies (CCCS) ihren Anfang nahm. Zum anderen die Popliteratur, eine auf US-Autoren wie Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Neal Cassady oder William S. Burroughs zurückgehende literarische Entwicklungslinie.

In Deutschland blieb beides lange eine Randerscheinung, ehe sich die Lage auf einmal änderte: Im Gefolge von Christian Krachts Roman Faserland (1995) erlebte die Popliteratur einen gewaltigen Boom. Parallel dazu eroberte die Poptheorie das Feld der akademischen Auseinandersetzung; es entstanden zahllose Publikationen zu Problemen der Subkultur. Die Diskussionen drehten sich nicht zuletzt um die Techno-Bewegung, für viele Beobachter sowohl ästhetisch als auch soziologisch ein Gegenentwurf zum herkömmlichen Pop-Paradigma. In der Literaturwissenschaft wurde dieser Unterschied meist am Verhältnis zwischen dem „Techno-Autor“ Rainald Goetz und „Popliteraten“ wie Thomas Meinecke oder Andreas Neumeister herausgearbeitet.

Ziel des Seminars ist zu untersuchen, inwieweit aus der Musik stammende Kategorien wie Pop oder Techno zur Beschreibung von Literatur geeignet sind und welche ästhetischen und theoretischen Fragenkomplexe dabei eine Rolle spielen.

Zur vorbereitenden Lektüre empfehle ich u.a. Sexbeat (Diedrich Diederichsen), Faserland (Christian Kracht) sowie Rave und Abfall für alle (Rainald Goetz).


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