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Modul AVL 221b 16413 Proseminar
Molche, Monster und Mutanten: Das Fantastische Prag in Literatur und Film
Mittwoch, 14-16 Uhr Habelschwerdter Allee 45, KL 29/207
Beginn: 19. Oktober 2005
maximal 20 Teilnehmer
Das Seminar beschäftigt sich mit den kulturellen Mythen der Stadt Prag als einem Ort, an dem die Grenzen zwischen Mensch/Tier und Mensch/Maschine vielfach fantastisch überschritten und transformiert worden sind. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie insbesondere in der Kultur der Moderne im Spannungsfeld urbaner, medialer, kultureller, politischer und sozialer Umwälzungen Prag als ein mythischer/liminaler/transzendenter Raum imaginiert und inszeniert worden ist, der Konstruktionen des menschlichen Selbst radikal infragestellt. Bei diesen Grenzüberschreitungen spielte nicht nur die Literatur, sondern gerade auch das junge Medium Film eine zentrale Rolle.
Sowohl aus kulturgeschichtlicher Perspektive als auch mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Ansätze (Filmtheorien, Intermedialität, Theorien des Fantastischen u.a.) soll die Genese und Diversität des Topos „Magisches Prag“ am Beispiel seiner Molche, Monster und Mutanten analysiert werden.
Behandelt werden u.a. die unterschiedlichen Aktualisierungen des Golem-Stoffes in Literatur (Gustav Meyrink, Paul Leppin, Jorge Luis Borges, Paul Celan u.a.) und Film (die legendären Verfilmungen Paul Wegeners, 1914, 1917, 1920; Piotr Szulkin, 1980), Texte von Francis Maria Crawford (The Witch of Prague, 1891), Jakub Arbes (Newtons Gehirn, 1897), Franz Kafka (Die Verwandlung, 1912); Karel Čapek (R.U.R., 1921; Krieg der Molche, 1936) und Leo Perutz (Nachts unter den steinernen Brücken, 1953).
Einführende Literatur:
- Ripellino, Angelo Maria: Magisches Prag, Tübingen 1982.
- Dementz, Peter: Die Legende vom magischen Prag, in: Transit, 7/1994, S. 142-161.
- Berg, Stephan: Schlimme Zeiten, böse Räume: Zeit- und Raumstrukturen in der phantastischen Literatur des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1991.
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