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16453 Hauptseminar
Poetik des Wunderbaren (ca. 1650-1850)
Mittwoch, 18-20 Uhr (Änderung) Habelschwerdter Allee 45, KL 29/110 (Änderung)
Beginn: 19. Oktober 2005
„Menschen, denen die Sehergabe eigen, das Wunderbare zu schauen, [wollen] mich wohl wie die Fledermäuse bedünken, an denen der gelehrte Anatom Spalazani einen […] sechsten Sinn entdeckte, der […] viel mehr ausrichtet als alle übrigen Sinne zusammen“ (E.T.A. Hoffmann, Das öde Haus).
Diese Wertschätzung des Wunderbaren und mit ihm der Dichter als den Fledermäusen unter den Menschen steht am Ende eines rund zweihundertjährigen Prozesses, in dessen Verlauf sich das Wunderbare im deutschen Sprachraum als Kategorie der Poetik etabliert. Er nimmt seinen Ausgang bei den noch stark an der Theologie orientierten Dichtungstheorien Opitz’, Harsdörffers und Gryphius’, führt über die rationalistische Poetik Gottscheds, in der das Wunderbare einen schweren Stand hat, zu einer Psychologisierung und zunehmenden Geltung des Wunderbaren, wie sie etwa bei Bodmer und Breitinger und später bei Wieland und Tieck zu beobachten ist, um schließlich in der Romantik seinen vorläufigen Höhepunkt zu finden. Diese Entwicklung werden wir im Seminar verfolgen. Dabei werden wir uns auf den deutschen Sprachraum konzentrieren, diesen aber im gesamteuropäischen Zusammenhang betrachten.
Zur Vorbereitung können Sie die Lexikonartikel über das Wunderbare im Historischen Wörterbuch der Philosophie und im Lexikon für Ästhetische Grundbegriffe lesen.
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