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17052 Hauptseminar
Artusroman und Schule von Chartres
Montag, 14-17 Uhr
Habelschwerdter Allee 45, JK 29/139
Beginn: 17. Oktober 2005
Im 12. Jahrhundert entsteht in Frankreich der höfische (Artus-)Roman, dessen neues Liebes- und Abenteuermodell eine grandiose Karriere erfährt. In diesem Seminar sollen die philosophisch-theologischen Voraussetzungen für das Entstehen dieses neuen Erzähltypus bei Chrétien de Troyes geklärt werden, die in der christlich-platonischen Kosmologie und Allegorik der Schule von Chartres liegen (Bernardus Silvestris, Alanus ab Insulis). Es wird zu diskutieren sein, unter welchen besonderen (christlichen) Bedingungen der höfische Roman steht und wie sich daraus eine mögliche (profane) Ästhetik entfaltet. Ein Ausblick auf den ‚Don Quijote’ von Cervantes und dessen ironische Reflexion der ästhetischen Potentiale des Artusromans (Fiktionalität, Wiederholung und Variation des narrativen Strukturmusters, Kontingenz/Ordo) soll das Seminar abschließen.
Das Seminar richtet sich an Studierende der AVL und der Romanistik. Kenntnisse im Altfranzösischen sind erwünscht.
Zur Vorbereitung: W. Wetherbee: Platonism and Poetry in the Twelfth Century. The Literal Influence of the School of Chartres, Princeton 1972. Zur Lektüre empfohlen: Chrétien de Troyes: Erec et Enide, afrz.-dt., Stuttgart: Reclam.
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