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17800 Seminar/Übung

Gundolf Freyermuth

Geschichte, Theorie und Praxis der literarischen Reportage
(Angewandte Literaturwissenschaft, Modul 1)

Donnerstag, 14-18 Uhr, vierzehntäglich
Habelschwerdter Allee 45, JK 25/208

Beginn: 27. Oktober 2005


Als literarische Form bildete sich die Reportage im Kontext des Massendrucks aus. Mit dem Aufkommen weiterer industrieller Medien entstanden auch in ihnen – meist textbasierte – visuelle, auditive und audiovisuelle Varianten realistisch-dokumentarischen Erzählens. Ebenso drangen Reportageelemente in andere literarische und / oder journalistische Gattungen, etwa Roman, Essay, Memoiren, selbst akademische Publikationen. In der aktuellen Medienpraxis ist es insofern auch jenseits des engeren Kreises von Reportern erforderlich, Reportagen bzw. reportagehafte Passagen verfassen oder zumindest mit Expertise erkennen, kritisieren und redigieren zu können.

Im ersten Teil des Seminars erfolgt eine Einführung in die Reportagepraxis (Recherche, Erzählweisen, Erzählstruktur usf.). – Im zweiten Teil, während die Teilnehmer an ihren Reportagen arbeiten, werden Geschichte und Theorie der literarischen Reportage im besonderen Hinblick auf ihr Potenzial aufgearbeitet, die eigene Schreibpraxis anzuleiten. Dabei werden wir uns auf vier Phasen konzentrieren: die Frühgeschichte literarischer Reportage (Seume, Heine, Börne); die Reportage der klassischen Moderne (Kisch, Roth, Hemingway, Barnes, Isherwood); den angelsächsischen New Journalism (Capote, Wolfe, Didion); die Neue Deutsche Reportage (Enzensberger et al.) – Im letzten Teil des Seminars werden die Reportagen der Teilnehmer rezipiert, kritisiert und ggf. überarbeitet.

Verbindlich ist die Abfassung einer Reportage zu einem gemeinsamen Thema, über das wir uns in der ersten Sitzung verständigen werden. Darüber hinaus können wissenschaftliche Hausarbeiten angefertigt werden.

Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth studierte AVL an der FU Berlin und arbeitete danach als Redakteur für TransAtlantik, Reporter für den stern sowie Chefreporter für Tempo. Heute lehrt er Ästhetik und Kommunikation an der Internationalen Filmschule Köln.

Anmeldungen bitte bis zum 10. Oktober 2005 an drisse@zedat.fu-berlin.de.


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