|
17802 Seminar
Dieter Stolz
Roman-Debüts im Spannungsfeld von Kunst, Kulturbetrieb und Kultmarketing
(Angewandte Literaturwissenschaft, Modul 2/ Modul 4)
Dienstag 25.10.2005, 10.1.-14.2.2006, 16-20 Uhr Habelschwerdter Allee 45, KL 29/110
Beginn: 25. Oktober 2005
Am Anfang einer literarischen Karriere steht im besten Fall ein vielversprechendes Manuskript. Doch damit ist zumindest aus ökonomischer Perspektive noch nichts gewonnen. Die Konsequenzen liegen heutzutage auf der Hand: Bestseller und (Kult-) Autoren beiderlei Geschlechts werden gemacht, vielleicht offensichtlicher als je zuvor, und Literatur wird nun auch hierzulande immer selbstverständlicher als Ware gehandelt bzw. inszeniert. Aber wie? Und von wem? Wer hilft nach? Und warum (scheitert der Versuch hin und wieder trotzdem)?
Einleitend sollen im Seminar einige erhellende Schlaglichter auf die mit diesen Fragen angedeuteten Mechanismen des Literaturbetriebs geworfen werden. Auf den ersten Blick bestimmen Agenten, Verlagsvertreter und Fernsehstars, mit anderen Worten, Verkaufstrategien, Autoren-Marketing und Event-Kultur das aktuelle Vexierbild. Diese Tendenzen und ihre gesellschaftlichen bzw. kulturgeschichtlichen Hintergründe gilt es demnach einleitend zu problematisieren.
Am offenen Ende jeder angemessenen Diskussion über literarische Neuerscheinungen aber steht (auch im Seminar) notwendigerweise wieder die Beurteilung der ästhetischen Qualität zeitgenössischer Sprachkunstwerke in unserem Fall am Beispiel ausgewählter Debütromane der letzen Jahre (Themenschwerpunkt "Mikrokosmos Provinz"). Denn gerade aus philologischer Perspektive läßt sich schon frühzeitig erkennen, was jenseits des Medienrummels (haltbar ist bzw.) bleibt.
Dr. Dieter Stolz ist Redakteur der Zeitschrift "Sprache im technischen Zeitalter" und Programmleiter für den Bereich "Neue deutschsprachige Literatur" beim Literarischen Colloquium Berlin (LCB).
Anmeldungen bitte bis zum 10. Oktober 2005 an drisse@zedat.fu-berlin.de.
|