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31705 PS
Tausend Tode. Sterben und Unsterblichkeit in der russischen Literatur
Donnerstag, 10-12 Uhr OEI, Garystr. 55
Beginn: 20. Oktober 2005
Das Seminar will versuchen, Darstellungsformen des Todes, des Sterbens und der Unsterblichkeit in der russischen Literatur zu untersuchen. Literatur liefert nicht nur Erklärungsmuster für den Tod als letzte und absolute Grenzerfahrung, sie begreift ihn auch als ästhetische Herausforderung: Das Paradoxon der Darstellung des eigentlich Undarstellbaren und transgressive Illusionen machen das ungeheure literarische Potential des Themas aus. Das Seminar will die Ikonographie des Todes zwischen Verdrängung und Faszination untersuchen und den Tod darüber hinaus auch als narratives Verfahren in den Blick nehmen. Der Kult der romantischen Todessehnsucht soll dabei ebenso analysiert werden wie die realistischen Anatomien des Todes und avantgardistische Utopien.
Gelesen werden u.a. Texte von A. Puškin, N. Gogol’, L. Tolstoj, I. Babel, A. Belyj, M. Cvetaeva, A. Achmatova, O. Mandel’štam und V. Chlebnikov.
Zur Einführung empfohlen:
- Jörn Ahrens: Durchstreichungen. Essays zu Tod und Literatur, Würzburg 2001.
- Wolfgang Kasack: Der Tod in der russischen Literatur. Hg. V. Frank Göbler, München 2005.
- Wolfgang Kissel: Der Kult des toten Dichters und die russische Moderne: Puschkin – Blok – Majakovskij, Köln u.a. 2004.
- Thomas Macho: Todesmetaphern, Frankfurt a.M. 1987.
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