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31709 Hauptseminar
Ästhetische Aneignungen von Technik und Natur. Künste und Wissen in Russland 1725-1850
Donnerstag, 12-16 Uhr OEI, Garystr. 55, 302a
Beginn: 20. Oktober 2005
Wissenschaften und Künste existieren nicht isoliert nebeneinander, sondern stehen in intensiver Wechselbeziehung. Diese Interaktion kann sich auf vielfältige Art und Weise realisieren: Sie entwirft fiktive Welten nach naturwissenschaftlichen Modellen, sie lässt das Wissen und die Apparaturen der Technik im Kunstwerk motivisch wirksam werden, sie kann Verfahren der exakten Wissenschaften zum Ausgangspunkt für ästhetische Programmatiken machen oder technische Theoreme in poetische Imaginationen übersetzen.
Das Seminar will diese Aneignungen naturwissenschaftlichen und technischen Wissens aus der Perspektive der Künste über ein gutes Jahrhundert an ausgewählten Stationen nachvollziehen. Beginnend mit der barocken Enzyklopädisierung der Welt widmet es sich der klassizistischen Rhetorik in Wissenschaft und Poesie, überprüft den ästhetischen Diskurs der Aufklärung auf seine naturwissenschaftlichen und technizistischen Modellierungen und schließt mit den romantischen Wissenschaftsphantasmen von Alchemie, Mesmerismus und Parapsychologie.Materialgrundlage des Seminars werden neben literarischen Texten Rhetoriken, Forschungsreiseberichte, naturwissenschaftliche Abhandlungen sein.
Exkursionen in verschiedene Institutionen (Virchow-Sammlung u.a.) sind geplant.
Literatur zur Vorbereitung:
- Vucinich, Alexander: Science in Russian Culture. A History to 1860. Stanford 1963.
- Graham, Loren: Science in Russia and the Soviet Union. A Short History. Cambridge 1993.
- Buberl, Brigitte; Dückershoff, Michael (Hg.): Palast des Wissens. Die Кunst- und Wunderkammer Zar Peter des Grossen. 2 Bd., München 2003.
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