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31711 Hauptseminar
Margarete Vöhringer
Psychotechniken der Avantgarde
Freitag, 10-12 Uhr (Änderung) OEI, Garystr. 55, Raum 301 (Änderung)
Beginn: 21. Oktober 2005
Bildende Künste adressieren die Wahrnehmung. Als sich im 19. Jh. auch die Physiologie, Psychologie, Psychophysik und Psychotechnik derselben annahmen und begannen, sie zu vermessen und zu trainieren, entstand eine disziplinäre Konkurrenzsituation. Ihre Folge war der Austausch von Ideen, Apparaten, Fragestellungen und Praktiken insbesondere zwischen den Künstlern der klassischen Avantgarde und den Wissenschaftlern der angewandten Psychologie. Die Russische Avantgarde wurde durch die Psychotechnik, dieser "praktischen Anwendung der Psychologie im Dienste der Kulturaufgaben" (Münsterberg), zur Gründung von Labors, Produktion von populärwissenschaftlichen Filmen und Gestaltung von Stadträumen inspiriert. Von ihr ausgehend lassen sich die Fäden nach Deutschland und in die USA, zu Arbeitswissenschaft und Pädagogik ziehen.
Das Seminar wird verschiedenen Transfers von praktischem und theoretischem Wissen zwischen 1910 und 1930 nachgehen, wird kanonische Texte der Psychotechnik mit Kunstwerken in Beziehung setzen, um zu sehen, welche Praktiken in welchen Disziplinen angewandt wurden, um mit ihnen die Wahrnehmung zu adressieren.
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