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Modul AVL 132c
16406 PS Heike Winkel
Schlachtfelder, Steppen, Zirkuszonen. Ostmitteleuropäische literarische Landschaften
Mo 16.00-18.00 Uhr Beginn: 14. April 2008
Habelschwerdter Allee 45, K 24/21
Wo sich in einer posttotalitären Wirklichkeit landschaftliche Ruinen mit McDonalds kreuzen, dort, so behauptet der ukrainische Autor Jurij Andruchowytsch, entsteht eine mittelosteuropäische (literarische) Ästhetik. Das Seminar nimmt diese These zum Ausgangspunkt, um nach der Spezifik einer solchen Ästhetik zu fragen. Die produktive Uneindeutigkeit, die sich in Andruchowytschs Aussage andeutet — inwieweit lässt sich eine zeitgenössische Poetik noch direkt aus dem Umgang mit der kommunistischen Erfahrung ableiten, und welche Rolle spielen allgemeine Tendenzen einer literarischen Globalisierung — ist Leitfrage exemplarischen Lektüren von Werken wichtiger zeitgenössischer Autoren. Die Texte werden sowohl in ihrem jeweiligen nationalen Kontext gelesen, als auch im Hinblick auf transnationale Verfahren und Themen diskutiert. Geopolitik und Geopoetik, Genea-Logik, Mythopoetik, Geschichtspolitik und Erinnerungskultur, phantastische, allegorische und groteske Schreibweisen sind einige der Paradigmen, die im Zentrum des Interesses stehen werden. Einen Schwerpunkt bildet dabei die tschechische Literatur. Jáchym Topol, der Europa von Prag aus in literarischen Exzessen zur Detonation bringt, und Petra Hulová, die die europäische Erfahrung der Globalisierung in einem Mongolei-Roman durchscheinen lässt, markieren die Pole einer Poetik, die vom Raum abhebt, um die Möglichkeiten und Grenzen zeitgenössischer Existenzen auszuloten.
Zur Einführung empfohlen:
Jachým Topol: Die Schwester, Ffm. 2004; Petra Hulová: Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe, München 2007, Jurij Andruchowytsch: Zwölf Ringe, Ffm. 2005; Wojciech Kuczok: Dreckskerl, Ffm. 2007; Dragan Velikic': Der Fall Bremen, Berlin 2002; Alek Popov: Mission: London, St.Pölten, Salzburg 2006; Andrzej Stasiuk: Unterwegs nach Babadag, Ffm. 2005
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