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Modul AVL 212a
16407 PS David Wachter
Siegfried Kracauer und die klassische Moderne. Literatur, (Film-)Ästhetik, Kulturtheorie
Mi 10.00-12.00 Uhr Beginn: 15. April 2008
Habelschwerdter Allee 45, JK 28/130
In Siegfried Kracauers vielseitigem Werk verbinden sich Literatur, Filmtheorie und Kultursoziologie zu einer multiperspektivischen Erfahrung der Moderne. Sein Denken entwickelt sich in der Auseinandersetzung mit zentralen philosophischen Strömungen (Lebensphilosophie, Anarchismus, moderne Mystik, Marxismus), literarischen Bewegungen (Expressionismus) und exemplarischen Denkern (Max Weber, Oswald Spengler, Ernst Bloch, Walter Benjamin) des frühen 20. Jahrhunderts. Seine Essayistik zielt auf eine Phänomenologie des urbanen Lebens und umkreist, in Auseinandersetzung mit den konjunkturstarken Kontingenz- und Krisendiskursen der Zeit, Optionen einer spezifisch modernen Ethik und Ästhetik. Gleichzeitig entwickelt Kracauer als einer der ersten eine avancierte Filmästhetik und -kritik. Das Seminar thematisiert diese interdisziplinäre Dimension von Kracauers uvre vor dem Hintergrund der zentralen philosophischen, kultursoziologischen und weltanschaulichen Tendenzen der klassischen Moderne. Wir werden uns besonders mit Kracauers Essays und Filmkritiken, Romanen und Denkbildern der zwanziger Jahre beschäftigen, in diesem Zusammenhang aber auch Texte u.a. von Oswald Spengler, Robert Musil, Karl Mannheim, Béla Balázs, Ernst Bloch und Walter Benjamin besprechen. Ziel ist eine Einführung in die klassische Moderne am Leitfaden von Kracauers intellektueller Entwicklung.
Zur Vorbereitung:
Siegfried Kracauer: Das Ornament der Masse. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977.
Michael Makropoulos: Modernität und Kontingenz. München: Fink 1997.
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