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31701 PS Matthias Schwartz, Nina Weller
Putins Matrix. Aktuelle Romane aus Russland
Do 12.00-14.00 Uhr Beginn: 17. April 2008
Garystr. 55, 121
Nach dem Ende der Sowjetunion waren viele Kritiker und Literaturwissenschaftler davon ausgegangen, dass sich nun auch der russische Literaturbetrieb im Sinne des westeuropäischen Buchmarktes normalisiere. Literatur werde ihre Ausnahmestellung als politisches und moralisches Sprachrohr der Gesellschaft gegen politische und ideologische Vereinahmungen verlieren. Demgegenüber lässt sich in den letzten Jahren wieder eine zunehmende Politisierung der Belletristik beobachten, wobei sowohl anspruchsvollere postmoderne als auch äußerst triviale konventionelle Erzählverfahren benutzt werden, um mögliche und fantastische Zukunftsszenarien Russlands zu entwerfen.
Das Seminar möchte zum Ende der (ersten) Präsidentschaft Vladimir Putins einige jener neuen Romane untersuchen, die mit Mitteln von Science-Fiction, Groteske oder Thriller die Problematik von Zensur und überwachung, Terror und Macht, Instrumentalisierung und Manipulation verhandeln und damit z.T. auch Metaphern auf die postsowjetische russische Gesellschaft vorlegen. Sie sollen danach befragt werden, ob sich in ihnen eine neue ästhetische und kulturpolitische Matrix erkennen lässt, nach denen das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, Fantastischem und Realem, Utopischem und Anti-Utopischem ausgestaltet wird.
Teils in Auszügen sollen Werke von Vladimir Sorokin, Max Frei, Boris Strugackij, Sergej Lukianenko, Olga Slavnikova, Andrej Volos oder Viktor Pelevin gelesen werden.
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